Im Feuerturm

03. April 2017 – Aussenwelt

Nein, dass ist nicht der Titel eines Fantasy-Romans, sondern für die nächsten drei Monate mein neues Zuhause: Der Turm der alten Feuerwache in Mannheim. Ab heute bin ich hier Stadtschreiber für Kinder- und Jugendliteratur. Die Haare zu kurz für Rapunzel-Spiele, dafür gibt es eine steile, enge Wendeltreppe hinauf in die Turmwohnung, und dann geht der Blick über die Stadt, über den Neckar, hinüber zu den Rohren, Leitungen und Schornsteinen der BASF. Natürlich habe ich Pläne, die in etwa so aussehen: Morgens aufstehen, eine Runde laufen gehen, dann an den Schreibtisch, Mittagspause, danach Herumschlendern, Auslauf für die Gedanken, zurück an den Schreibtisch, bis es dunkel wird und das Chemiewerk die ganze Stadt illuminiert.

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Blick vom Turmzimmer auf den Stadtteil Neckarstadt-West

Die Vorhaben: „Stromland“ liegt in den letzten Zügen, bevor im Sommer dann die Feinarbeit im Lektorat beginnt; erscheinen wird der Roman im Frühjahr 2018 im Berlin Verlag. Die Arbeit an „Wenn wir fliegen“, meinem neuem Jugendbuch-Projekt und der eigentliche Grund für mein Turm-Dasein, kann endlich losgehen: Konzeption, Plot, Erstfassung, so in etwa der Ablauf.

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Der Neckar, im Hintergrund die BASF

Daneben will ich auch Mannheim kennenlernen, zu Fuß, mit dem Rad. Heidelberg ist nah, die Weine der Pfalz, unter mir befindet sich das Kulturzentrum Alte Feuerwache. Ich habe Kartoffeln und Zwiebeln eingepackt, eine Flasche Whiskey, ein paar Äpfel zu illustren Gestaltung des Zimmers. Sonst nur der nackte Tisch und das Notebook. Allerbeste Voraussetzung für große Sätze.

Da saß er nur des nachts im Feuerturm, dumpf schlug der Regen gegen die Fenster, als mit einem Mal ein heller Lichtblitz am Horizont aufzuckte …

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