Ton [1] – Vessels

24. Oktober 2015 – Ton

Mit elektronischer Musik tue ich mich schwer. Meist ist sie mir zu gleichförmig und nicht druckvoll genug, außerdem kenne ich außer einigen Künstlern (Air, Jean Michel Jarre, Kraftwerk) einfach zu wenig gute Titel. Dann kamen Vessels mit ihrer aktuellen Platte Dilate. Ich kannte Vessels als innovative Postrock-Band und war vom neuen Sound erstmal irritiert: Bässe, Synthesizer, verzerrte Stimmen. Aber spätestens nach dem zweiten Titel Eliptic hatten sie mich: Eine unfassbare Rhythmik, düster pulsierende Beats und am Ende ein raunendes, treibendes Percussionsfinale. Vessels haben mit Dilate außergewöhnliche Musik geschrieben: Tanzbar ohne trivial zu sein, vielschichtig und konzentriert.

Meine Tochter liebt die Platte. Zusammen tanzen wir die ersten vier Songs durch, sie wirft die Arme in die Luft, klatscht, wippt mit dem Kopf. Ich nehme sie auf den Arm, wir lauschen der Stimme: As you are.


TON – Texte zur Musik. Ich höre und schreibe. Manchmal führt es weit hinaus, manchmal ins Innerste zurück.